Wie Google bereits auf der Superweek 2020 angekündigt hatte, ist nun endlich das neue Beta Feature des GTM Server-Site Taggings für alle verfügbar. Diese neue Art des serverseitigen Tag Managements stellt eine, wenn nicht die weitreichendste Neuerung seit der Einführung des Google Tag Managers dar.

Der Haupt-Unterschied in Bezug auf das Management von Tags liegt hierbei darin, dass die eigentlichen Tracking Requests nicht mehr aus dem Browser selbst vom Client aus erfolgen, sondern von einer in der Google Cloud gehosteten serverseitigen GTM Instanz. Diese serverseitige GTM Instanz wird dann üblicherweise auf eine eigene Subdomain geroutet - im Falle meiner eigenen Webseite beispielsweise auf gtm.stickler.de. Damit ist dann auch die Nutzung bzw. das Setzen von 1st Party Cookies problemlos möglich.

Neu ist auch die Art und Weise, wie Tags ausgelöst bzw. Daten an den Container übergeben werden. Anstatt der in GTM gewohnten Events und dataLayer.push() Aufrufe, werden hier direkte HTTP Requests an die GTM Server Instanz verwendet. Auf diese Requests reagiert dann ein sogenannter Client - eine neue Art von GTM Objekt, welche mit eigenen oder vordefinierten Templates konfiguriert wird. Der Client parst und verarbeitet den HTTP Request und generiert daraus ein Event Data Objekt, welches dann vom GTM Container den Triggern, Variablen und Tags verwendet werden kann.

 

Folgende Vorteile bietet ein serverseitiges Tag Management:

  • Weniger Client-Seitiges JavaScript, da die Verarbeitung der Tags serverseitig erfolgt, und damit auch mehr Geschwindigkeit
  • Weniger Spam, da Informationen wie Tracking IDs nicht mehr im Client-Code enthalten sind
  • Weniger Fehleranfälligkeit, da die Tracking Requests und Codes nicht im Client-Browser ausgeführt werden
  • Mehr Kontrolle und Datensicherheit, da nur noch der Server entscheidet, was genau an Drittanbieter gesendet wird
  • Einfachere Consent-Security-Policy, da im Client praktisch nur noch Daten an eigene Server gesendet bzw. von diesen Abgerufen werden
  • Theoretisch werden auch Probleme mit Tracking-Protection Systemen wie ITP umgangen, wobei der Webseitenbetreiber natürlich weiterhin ein Tracking nur dann auslösen sollte, wenn der Nutzer diesem zugestimmt hat

 

Es gibt aber auch Nachteile eines serverseitigen Tag Managements:

  • Kosten: Aktuell läuft der GTM server-side Container nur in der Google Cloud. Für kleinere Webseiten dürfte das kostenlose Kontingent ausreichen, bei größeren Webseiten hingegen werden entsprechende Kosten entstehen.
  • Wie schon erwähnt, könnte man über diese Art der Tag-Auslösung auch verschleiern, welche Tracking Anbieter auf einer Seite genutzt werden, da der Client die eigentlichen Tracking Requests gar nicht mehr sieht.
  • Komplexität: Das Aufsetzen einer derartigen serverseitigen Tagging Lösung ist technisch komplexer als die Client-Seitige GTM Lösung

 

Weitere Informationen zu GTM server-side Tagging findet man auf folgenden Seiten: